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Nein zum teuren S-Bahn-Halbstundentakt

„Chance nicht verpassen“, titelte mein Grossratskollege Alfons Paul Kaufmann seinen Kommentar aus dem Grossen Rat in der Neuen Fricktaler Zeitung und meinte damit, dass wir für den Halbstundentakt Stein/Säckingen-Laufenburg einmalig 61 Millionen ausgeben sollen und jährlich 2 Millionen Franken für den Unterhalt. Die FDP hat das Behördenreferendum gegen diesen Parlamentsentscheid ergriffen, damit die Aargauer Bevölkerung die Chance erhält, darüber abzustimmen.

Das Bedürfnis der Region Fricktal für gute ÖV-Angebote ist berechtigt und dagegen ist nichts einzuwenden. Allerdings wird mit dem Halbstundentakt zu kurz gesprungen. So wird die in Arbeit befindende Mobilitätsstrategie für das Fricktal nicht berücksichtigt und auch die Argumentation, dass der Ausbau des Halbstunden-Takts ein erster Schritt sei, um die Rheintallinie Basel-Winterthur wieder in Betrieb zu nehmen, verfängt nicht. Wer schnell von Basel nach Winterthur oder umgekehrt möchte, fährt über Zürich, zumal die angedachte Rheintalline beispielsweise noch in Stein, Laufenburg und Zurzach halten soll und dadurch sehr langsam würde. Ganz zu schweigen von den erwarteten Investitions- und Betriebskosten. Besonders absurd: Dem Entwicklungsschwerpunkt Sisslerfeld bringt das teure Bahnangebot nichts. Das Sisslerfeld wird in jedem Fall per Bus erschlossen und zwar kostengünstig, effizient und flexibel. Dies hat der Grosse Rat einstimmig entschieden.


Zurück zu den Bedürfnissen: Von der geplanten S-Bahn würden durchschnittlich weniger als 1500 Personen pro Tag profitieren! Das sind nicht mal 2 Prozent der Fricktaler Bevölkerung. Die Investitionssumme von 61 Millionen und jährlichen Betriebskosten über 1300 Franken pro Pendler, stellen daher ein krasses Missverhältnis dar. Der ÖV liegt im Verantwortungsbereich der kantonalen Politik. Es ist fahrlässig, unter den aktuellen Umständen – der Grosse Rat hat für 2023 ein Kantonsbudget mit einem Defizit von fast 300 Millionen Franken verabschiedet – hohe Summen von öffentlichen Geldern für ein Projekt auszugeben, bei welchem der Nutzen in keinem Verhältnis zu den Kosten steht.


Der Grosse Rat hat als Korrektiv bei einseitigen regionalpolitischen Forderungen komplett versagt und deshalb soll nun das Volk diese Aufgabe übernehmen und darüber abstimmen, ob das Fricktal neben dem Ausbau des Busangebots auch noch in den Genuss des Ausbaus der S-Bahn kommen soll.


Es geht nicht gegen das Fricktal, nicht gegen den ÖV, sondern gegen völlig unverhältnismässige Prestigeprojekte. Ein Nein ist ein Bekenntnis zu einer sinnvollen, finanzierbaren und vorausschauenden Mobilitätspolitik im Aargau!

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